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Marija Scharapowa, Berühmte russische Frauen

Marija Scharapowa, eine russische Tennis-Prinzessin

Marija Scharapowa Marija Jurjewna Scharapowa (russ. Мария Юрьевна Шарапова, wiss. Transliteration Marija Jur'evna Šarapova; deutsch oft Sharapova; * 19. April 1987 im sibirischen Njagan) ist eine russische Tennisspielerin und Fotomodell, die in Bradenton, USA-Florida ihren Wohnsitz hat.

Scharapowas Eltern Yuri und Yelena übersiedelten 1986 von Gomel in Weißrussland wegen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl nach Njagan in Westsibirien. 1989 zog die Familie nach Sotschi, wo Yuri den Vater von Jewgeni Kafelnikow, Aleksandr kennenlernte. Dieser gab Marija im Alter von vier Jahren den ersten Tennisschläger. Sie übte zunächst mit ihrem Vater in einem Park, später lernte sie bei Yuri Yutkin. Martina Navrátilová entdeckte sie in Moskau bei einem Sichtungsturnier im Alter von sechs Jahren. Sie empfahl ihren Eltern, Marija im Tenniscamp von Nick Bollettieri in Florida ausbilden zu lassen. Vater Yuri und seine siebenjährige Tochter übersiedelten 1994 nach Bradenton, die Mutter kam zwei Jahre später nach. 1995 unterzeichnete ihr Vater einen Ausbildungsvertrag mit IMG; Marija trat im Alter von neun Jahren in die Tennisakademie ein.

Marija Scharapowa gewann im Alter von 13 Jahren im November 2000 das Eddie Herr International Junior Tennis in der Altersklasse bis 16 Jahren. Sie bestritt 2001 in Sarasota, FL ihr erstes ITF-Jugendturnier. Im März 2002 debütierte sie auf der WTA-Tour; sie verlor in Indian Wells in der 2. Runden gegen Monica Seles und stand im gleichen Jahr fünf Mal in Folge im Finale von ITF-Juniorinnenturnieren, wovon sie die ersten drei gewann. Ende 2002 rangierte sie in der Weltrangliste Platz 186.

2003 schaffte Scharapowa ihren Durchbruch. Mit der Qualifikation für die Australian Open und die French Open nahm sie erstmals an Grand-Slam-Turnieren teil, bei ihrer erstmaligen Teilnahme am Turnier von Wimbledon verlor sie im Achtelfinale gegen Svetlana Kuznetsova. Bei den Japan Open in Tokio gewann sie ihren ersten Einzeltitel. Ein weiterer folgte beim Turnier von Québec. Ende 2003 belegte Scharapowa in der Weltrangliste Rang 32 und verbesserte sich um 154 Plätzen zum Vorjahr.

Bei den Australian Open 2004 drang sie in die dritte Runde des Turniers vor, wo sie Anastassija Myskina unterlag. Im Juni gewann sie mit einem Sieg in Birmingham den dritten Einzeltitel ihrer Karriere und erreichte mit Platz 15 ihre bis dahin höchste Weltranglistenposition. Im Juli 2004 erreichte sie beim Tennisturnier von Wimbledon als Nummer 13 gesetzt überraschend das Finale. Dort besiegte die vom Publikum umjubelte, unbekümmert und nervenstark aufspielende 17-Jährige die Titelverteidigerin Serena Williams mit 6:1, 6:4 und gewann als erste Russin und drittjüngste Spielerin in der Geschichte des Turniers den Einzeltitel beim bedeutendsten Grand-Slam-Turnier. Mit diesen Leistungen qualifizierte sie sich erstmals für die WTA-Tour-Championships Mitte November 2004 in Los Angeles. Erneut setzte sie sich bei dem Turnier der Top-8 im Finale knapp gegen Serena Williams mit 4:6, 6:2, 6:4 durch und holte sich den Titel der Weltmeisterin. Im Jahr 2004 gewann sie zusätzlich noch zwei weitere Einzel-Titel (Seoul, Tokio). Damit rückte sie bis auf Rang 4 der Weltrangliste vor. Trotz dieser Erfolge erreichte sie nicht das Ranking für die Olympischen Spiele in Athen, so dass sie dort nicht antreten konnte.

Das Jahr 2005 verlief trotz drei gewonnener Titel (Tokio, Doha und Birmingham) weniger erfolgreich. Bei drei Grand-Slam-Turnieren scheiterte Scharapowa im Halbfinale, bei den French Open bereits im Viertelfinale. Bei den Australian Open verlor sie trotz Matchbällen gegen Serena Williams, bei den French Open musste sie sich Justine Henin geschlagen geben, in Wimbledon unterlag sie Venus Williams und bei den US Open war ihre Bezwingerin im Halbfinale Kim Clijsters. Im Halbfinale des Turniers von Indian Wells verlor sie gegen Lindsay Davenport mit 0:6, 0:6. Am 22. August 2005 wurde sie zur ersten Weltranglistenersten ihres Landes. Vorerst konnte sie jenen Rang nur eine Woche für sich behaupten, doch die Halbfinalteilnahme in New York beförderte sie wieder auf den Spitzenrang, den sie sechs Wochen später aber wieder an Lindsay Davenport verlor. Bei ihren zweiten WTA-Tour-Championships erreichte sie das Semifinale, welches sie gegen die spätere Siegerin Amélie Mauresmo 6:7(1) 3:6 verlor.

Das Jahr 2006 verlief zunächst eher wenig erfolgreich. Bei den Australian Open scheiterte Scharapowa im Halbfinale an Justine Henin, bei den French Open bereits im Achtelfinale. Im Wimbledon stieß sie dann zum dritten Mal hintereinander ins Halbfinale vor, unterlag dort jedoch der späteren Siegerin Amélie Mauresmo. Ihren zweiten Grand-Slam-Sieg feierte sie am 9. September 2006 mit einem 6:4, 6:4-Finalerfolg bei den US Open gegen Justine Henin. Außerdem siegte sie bei den Zurich Open, sowie beim WTA-Turnier in Linz. Mit diesen Erfolgen sicherte sie sich zum dritten mal das Ticket für die WTA-Tour-Championships in Madrid. Dort musste sie sich jedoch im Semifinale Henin geschlagen geben.

Bei den Australian Open war Scharapowa auf Grund der Absage von Justine Henin als Nummer Eins gesetzt worden und verlor im Endspiel gegen Serena Williams mit 1:6, 2:6 – sie wurde dennoch wieder die Nr. 1 der Tennis-Damen-Weltrangliste. Beim Turnier in Tokio kam sie bis ins Halbfinale, das sie allerdings gegen Ana Ivanović verletzungsbedingt beim Stand von 1:6, 1:0 aufgeben musste. Nach einer längeren Pause nahm sie im März am Turnier in Indian Wells teil, wo sie im Achtelfinale Wera Swonarjowa unterlag. Mit dieser Niederlage musste sie ihren 1. Platz in der Weltrangliste an die Belgierin Justine Henin abgeben. Ihr nächstes Turnier bestritt sie in Miami. Hier unterlag sie in der vierten Runde Serena Williams klar mit 1:6 1:6. Nach einer erneuten und langen Verletzungspause nahm sie an dem Tier 3 Turnier in Istanbul teil. Dort verlor sie jedoch überraschend im Halbfinale gegen die Französin Aravane Rezaï mit 2:6, 4:6. Bei den French Open erreichte sie zum ersten Mal in ihrer Karriere das Halbfinale, welches sie gegen die Serbin Ana Ivanović klar mit 2:6, 1:6 verlor.

Bei ihrem ersten Rasenturnier 2007 in Birmingham erreichte sie mit Siegen über Lilia Osterloh, Tamira Paszek, Jelena Lichowzewa und Marion Bartoli das Finale, welches sie allerdings gegen Jelena Janković aus Serbien mit 6:4, 3:6 und 5:7 verlor. Im Wimbledon scheiterte Scharapowa dann bereits im Achtelfinale mit 1:6 und 3:6 an Venus Williams. Anfang August gewann Scharapowa in San Diego ihr erstes Turnier in diesem Jahr. Im Finale bezwang sie Patty Schnyder in drei Sätzen. In Los Angeles kam sie bis ins Halbfinale, wo sie schließlich aufgrund einer Verletzung nicht mehr antreten konnte. Bei den US Open überstand sie die ersten beiden Runden ohne Probleme. In der dritten Runde verlor sie gegen Agnieszka Radwańska aus Polen mit 4:6, 6:1 und 2:6. In Moskau verlor sie schließlich zum Auftakt in zwei Sätzen. Nachdem Venus Williams verletzungsbedingt für Madrid abgesagt hatte, rückte sie als neunte im Race nach und qualifizierte sich für Madrid. In Madrid erreichte sie ohne Matchverlust das Finale wo sie schließlich in einem Marathonmatch mit 7:5, 5:7 und 3:6 gegen die Weltranglistenerste Justine Henin verlor.

Der Start in die Saison 2008 verlief erfolgreich. Bei den Australian Open in Melbourne als Fünfte der Weltrangliste wieder verletzungsfrei angereist, überzeugte sie mit variantenreichem Angriffstennis und verblüffte Fachpublikum und Tennisexperten. Dabei besiegte sie drei von vier in der Weltrangliste besser platzierten Spielerinnen und zog ohne Satzverlust nach sechs Siegen über unter anderem Lindsay Davenport (6:1, 6:3), Jelena Dementjewa (6:2, 6:0), Justine Henin (6:4, 6:0) und Jelena Jankovic (6:4, 6:1) in das Finale ein, wo sie auf Ana Ivanović traf. Sie gewann ihren ersten Australian-Open- und insgesamt dritten Grand-Slam-Titel nach einem Sieg gegen die Serbin mit 7:5 und 6:3. Danach spielte sie im Fed-Cup-Team für Russland gegen Israel, wo sie ihre beiden Einzelspiele gewann und somit Russland maßgeblich zum 4:1-Sieg verhalf. Im Februar gewann sie ihr zweites Turnier der Saison: das Tier-1-Turnier in Doha. Im Finale bezwang sie ihre Landsfrau Wera Swonarjowa mit 6:1 2:6 und 6:0. Das Turnier in Dubai musste sie aufgrund einer Viruserkrankung absagen. Beim zweiten Tier-1-Turnier der Saison, den Pacific Life Open in Indian Wells, erreichte sie das Halbfinale, was sie in drei Sätzen gegen Swetlana Kusnezowa verlor. Vor dieser Niederlage betrug ihre Saisonbilanz 18 Siege ohne Niederlagen. Die Sony Ericsson Open in Miami musste sie anschließend aufgrund einer Schulterverletzung absagen. Trotz all dieser Erfolge konnte Scharapowa sich in der Weltrangliste nicht verbessern; sie rückte dennoch näher an die Top 4 heran. In Rom rückte sie bis ins Halbfinale vor, wo sie aufgrund einer Zerrung in der Wade nicht mehr antreten konnte. Am 19. Mai wurde sie wieder die Nr. 1 der Welt, weil die vorherige Weltranglistenerste Justine Henin in der Woche zuvor ihren Rücktritt erklärt hatte. Am 9. Juni gab sie die Weltranglistenführung erneut ab, diesmal an die Serbin Ana Ivanović. In Wimbledon verlor sie Ende Juni in der zweiten Runde gegen Alla Kudrjawtsewa mit 2:6 und 4:6. Beim Rogers Cup von Montreal stieß sie mit einem Sieg über Marta Domachowska in das Achtelfinale vor, wo sie aufgrund einer angerissenen Sehne in der Schulter nicht mehr antreten konnte. Wenig später gab sie bekannt, dass sie bei den Olympischen Spielen in Peking nicht antreten werde. Einen Tag später sagte sie auch ihre Teilnahme bei den US Open ab. Seit Scharapowa sich 2003 für die Australian Open qualifizierte, hatte sie kein Grand-Slam-Turnier verpasst. 2008 bestritt Scharapowa aufgrund ihrer Verletzung keine weiteren Turnierspiele.

Aufgrund ihrer Schulterverletzung musste Scharapowa ihre Teilnahme an der Hong Kong Exhibition und den Australian Open absagen. Am 12. März feierte sie ihr Comeback beim Turnier in Indian Wells. In Wimbledon scheiterte sie bereits in der zweiten Runde an Gisela Dulko mit 6:2, 3:6 und 6:4. Beim Vorbereitungsturnier auf die US Open in Stanford erreichte sie das Viertelfinale, das sie dann aber gegen Venus Williams verlor. In Los Angeles scheiterte sie trotz Siegen über Jarmila Groth, Wiktoryja Asaranka, Aljona Bondarenko und Urszula Radwańska im Halbfinale an der späteren Siegerin Flavia Pennetta. Beim Rogers Cup in Toronto verlor sie erst im Finale gegen Jelena Dementjewa. Bei den US Open kam sie nicht über die 3. Runde hinaus. Scharapowa leistete sich in dem knapp 3 Stunden dauernden Match gegen die Amerikanerin Melanie Oudin 21 Doppelfehler. Diese kamen nach Angaben von Scharapowa wohl daher, dass sie es nicht schaffte den 2. Aufschlag mit weniger als 95 mph zu spielen. Ihre endgültige Rückkehr nach der Schulterverletzung war der Sieg bei den Toray Pan Pacific Open in Tokio. Nachdem sie im Finale gegen Jelena Janković mit 5:2 im ersten Satz führte, musste Janković mit einer Handverletzung aufgeben. Durch diesen Sieg stieg Marija Scharapowa wieder in die Top 15 der Weltrangliste ein. Im anschließenden Turnier in Peking schied Scharapowa in der 3. Runde gegen Peng Shuai aus, nachdem sie in der zweiten Runde gegen Wiktoryja Asaranka in einem sehr langen Match gewinnen konnte.

Ihre saisonal größten sportlichen Erfolge waren die Finalteilnahmen der Hartplatzturniere von Cincinnati (Kategorie: Premier 5; Dreisatzniederlage gegen Kim Clijsters) und Stanford (Kategorie: Premier; Zweisatzniederlage gegen Victoria Azarenka). Weiters stand sie im Achtelfinale von Wimbledon (Zweisatzniederlage gegen Turniersiegerin Serena Williams) und sie gewann die beiden Turniere(Kategorie: International) in Memphis (Endspielerfolg in zwei Sätzen gegen Sofia Arvidsson) und Straßburg (Endspielsieg in zwei Sätzen gegen Kristina Barrois).

Scharapowa verfügt über äußerst kraftvolle Grundschläge, die vor allem durch ihre beidhändige Rückhand sowie ihren harten Aufschlag gekennzeichnet sind. Zudem gilt sie als überaus nervenstark. Kritiker bemängeln ihre fehlende Fähigkeit, alternativ zu ihrem „Hau-Drauf“-Spiel Ballwechsel aufzubauen. Auch das Netzspiel wird kritisiert. Auffallend ist zudem, dass sie Lobs oftmals nicht als klassische Über-Kopf-Bälle schlägt, sondern eher eine schwingende Vorhand bevorzugt. Bekannt ist sie auch wegen ihrer kräftigen Lautäußerungen bei harten Schlägen. Viele Tennisspielerinnen wie die russische Spielerin Jelena Dementjewa beschwerten sich über ihr lautes „Stöhnen“. Kritiker behaupten, sie setze dies bewusst zur Störung ihrer Gegnerinnen ein. Auch ihr Vater, Juri Scharapow, der sie auf Turnieren begleitet, wird aufgrund seines unerlaubten Coachings während der Begegnungen kritisiert.

Marija Scharapowa ist die zweite Russin, die ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte. Die erste war Anastassija Myskina, die am 3. Juni 2004 die French Open gewann. Am 4. Juli 2004, also nur 32 Tage später, gewann Marija Scharapowa Wimbledon. Sie gewann als erste Russin und drittjüngste Spielerin in der Geschichte des Turniers den Einzeltitel beim bedeutendsten Grand-Slam-Turnier. Am 22. August 2005 wurde sie im Computer als Nummer 1 der WTA geführt und somit zur ersten Weltranglistenersten ihres Landes. Durch die 0:6, 0:6-Niederlage im Halbfinale von Indian Wells 2005 gegen die damalige Weltranglistenerste Lindsay Davenport ging Marija Scharapowa in die Geschichtsbücher der WTA-Tour ein als erste Spielerin aus den Top-3 der Weltrangliste, die ein Match ohne Spielgewinn verlor.


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